Bürgermeister blickt zurück, umfassende Informationen bei der Bürgerversammlung

Bis Ende Mai soll der erste Ausbauabschnitt der Breitbandversorgung abgeschlossen sein, teilte Bürgermeister Ferdinand Brandl in der gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus „Zum Goldberg“ mit. Eigentlich sollte die Fertigstellung bereits Ende letzten Jahres erfolgen. Der Termin konnte von der Telecom aber nicht eingehalten werden. Nach der Inbetriebnahme können die Anschließer in Hunding, Padling, Panholling, Rohrstetten einschließlich Gewerbedorf, Sondorf und Zueding von Bandbreiten zwischen 30 und 50 Mbit/s profitieren. In umliegenden Gebieten ist noch eine Leistung zwischen 16 und 25 Mbit/s möglich. Um die Verbesserungen zu nutzen, ist eine Vertragsumstellung beim Festnetzanbieter notwendig. Der Ausbauabschnitt kostet 156 000 Euro, von denen nach Abzug der staatlichen Förderung eine Eigenleistung von 55 000 Euro bei der Gemeinde bleibt. In einem zweiten Ausbauabschnitt werden die Ortschaften Gneisting und Kieflitz berücksichtigt.

Im letzten Jahr wurden mehrere Straßensanierungen im Landkreissystem durchgeführt. Für die Instandsetzung weiterer Gemeindestraßen wurde eine Prioritätenliste erstellt. Der Bauhof erhielt einen neuen Unimog mit Anbaugeräten. Für die Umgestaltung der Hauptstraße in Rohrstetten im Rahmen der Dorferneuerung wurde ein Vorentwurf erstellt. Der Zustand von Wasserleitung von Kanalisation in der Straße wurde überprüft. Der Bau ist nach Mitteilung des Amtes für Ländliche Entwicklung für 2018 fest eingeplant. Anders ist es mit dem Ausbau des Birkerlweges in Rohrstetten, für den drei Ausbauvarianten geprüft wurden. Die werden nun den Anliegern vorgestellt. Welche Variante zur Ausführung kommt, liege an den Anliegern, die sich mit Ausbaubeiträgen zu beteiligen haben. Für die Dorferneuerung und die Flurneuordnung wurde letztes Jahr die Wertermittlung der Grundstücke durchgeführt. Ziel der 2015 gegründeten ILE Sonnenwald sind die gemeinsame Durchführung von Aufgaben und die Möglichkeit, in den Genuss höherer Fördermittel zu kommen. Die Erstellung eines Kernwegenetzes zum förderfähigen Ausbau landwirtschaftlicher Wege und Straßen wurde in Auftrag gegeben.

Ausführlich widmete sich der Gemeindechef der geplanten Erweiterung des Kindergartens in Lalling. Nach ausgiebiger Prüfung wurde nun mit einem Anbau im Osten ein tragbares Ergebnis erzielt, dass auch noch zwei Vorteile bringt: eine Erhöhung der staatlichen Förderung von 40 auf 70 Prozent und eine mögliche Erweiterung der Kinderkrippe.

Abgeschlossen mit dem Austausch des zweiten Scheibentauchkörpers wurde die Kläranlagensanierung. Ein großes Problem ist nach wie vor der zu hohe Fremdwasserzufluss, der zudem ein Kostenfaktor bei der Kalkulation der Abwassergebühr ist.

Umfassend informierte Brandl auch über die Unstimmigkeiten mit der Nachbargemeinde Lalling wegen der geplanten Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes im Gewerbedorf Rohrstetten. Unterschiedliche Informationsflüsse haben in der Bürgerschaft zu verschiedenen Meinungen geführt, weshalb ihm eine ausführliche Erörterung der Fakten notwendig erscheine, stellte er fest. Die Bemühungen der Gemeinde um einen Lebensmittelmarkt im Gewerbedorf gehen bis 1996 zurück. Mehrmals standen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss, scheiterten aber an den damaligen rechtlichen Regularien. Die entscheidende Änderung brachte die Möglichkeit, auch in kleineren Kommunen einen Markt mit einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmeter zu bauen. Nach den planungsrechtlichen Verfahren bestanden für Rohrstetten und Lalling die rechtlichen Voraussetzungen für einen großflächigen Lebensmittelmarkt. Der Investor habe sich für den Standort Rohrstetten entschieden. Daraufhin erhob die Gemeinde Lalling Klage und bekam wegen formalen und materiellen Gründen beim VGH Recht. Die beanstandeten formalen Fehler seien relativ einfach und schnell zu beheben. Um für Rechtssicherheit zu sorgen, wird die Gemeinde einen neuen Bebauungsplan für das Gewerbedorf aufstellen, in dem der geplante Supermarkt berücksichtigt wird. Allerdings habe die Nachbargemeinde mit ihrer Klage das Vorhaben um ein weiteres Jahr verzögert.

Hinsichtlich einer weiteren Beteiligung an der Tourist-Info Lallinger Winkel wurde mit der Gemeinde Lalling zwischenzeitlich Einigung erzielt. Gedankt wurde dem früheren Feuerwehrkommandanten Ludwig Arbinger, der Feuerwehr für die Beteiligung an der Aktion „Zeit für Helden“, Max Drexler für die Organisation des Apfelmarktes, den Jugendbeauftragen Manuela Ellerbeck und Josef Zettl für den Einsatz beim Ferienprogramm, den Seniorenbeauftragten Johann Weiß, „Brunnenbetreuer“ Willi Gsödl und dem Bauhofpersonal.

Die Gemeinde hat derzeit 1176 Einwohner. Seit der letzten Bürgerversammlung waren 12 Geburten, zwei Eheschließungen und sieben Sterbefälle zu verzeichnen. In sechs Sitzungen 2016 hat der Gemeinderat 55 Beschlüsse gefasst, davon 96 Prozent einstimmig. Zugestimmt wurde elf Baugesuchen. Die Lallinger Grundschule besuchen derzeit 165 Schüler, davon 37 aus dem Gemeindebereich. 12 Schüler aus der Gemeinde sind in der Mittelschule Hengersberg eingeschult. Von derzeit 82 Kindern im Kindergarten wohnen 40 in der Gemeinde.

Die Bürgerschaft ist offenbar ausreichend informiert. Zur Bürgerversammlung ging kein schriftlicher Antrag ein. In der Versammlung wurden auch keine Anfragen gestellt.