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Gemeinsamer Workshop an der TH Deggendorf

„Wer den Hafen nicht kennt in den er segeln will, für den ist jeder Wind der Richtige“. Mit diesem Zitat von Seneca startete am vergangenen Samstag der gemeinsame Workshop der ILE Sonnenwald in den Räumlichkeiten der TH Deggendorf.
Bürgerinnen und Bürger, Verantwortliche aus den Verwaltungen sowie die Bürgermeister der 10 Gemeinden der ILE Sonnenwald wurden eingeladen, um sich gemeinsam Gedanken zu den Entwicklungszielen ihrer Region zu machen. 50 Teilnehmer aus allen Gemeinden der ILE fanden den Weg nach Deggendorf und diskutierten gemeinsam in insgesamt 5 Handlungsfeldern über Stärken, Schwächen, Potentiale und Herausforderungen der ILE Sonnenwald. Worauf können wir bauen, was macht die Region einzigartig? Wie begegnen wir in Zukunft dem demografischen Wandel? Wie präsentiert sich die Region als Wirtschaftsstandort und welche Konzepte brauchen wir für junge Menschen und Familien? Diese und viele weitere Fragen wurden besprochen. Die Ergebnisse waren ebenso umfangreich wie zukunftsweisend. „Nur gemeinsam werden wir uns den Herausforderungen annehmen können“, so die einhellige Meinung der Teilnehmer.

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Die Teilnehmer des Workshops der ILE Sonnenwald an der TH Deggendorf mit den Bürgermeistern der 10 ILE-Gemeinden, Hartmut Hofbauer vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern (Oben, 4. Von links); Prof. Dr. Konrad Schindlbeck (unten, 1.v. rechts); Andrea Rothkopf (unten, 2.v.rechts) und dem ILE Vorsitzenden, Bürgermeister Ritzinger (unten, 6.von links)

Zum Workshop geladen hatte das Planerteam um Prof. Dr. Konrad Schindlbeck und Andrea Rothkopf, das gemeinsam am ILE-weiten Entwicklungskonzept arbeitet. Unterstützung in der Moderation der einzelnen Arbeitsgruppen fanden sie in Hartmut Hofbauer vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern, der die ILE Sonnenwald seit ihrer Gründung fachlich berät. Professor Dr. Schindlbeck zeigte sich mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden: „Abwanderung, Überalterung, fehlende Gewerbeeinnahmen, die Aufrechterhaltung sozialer Einrichtungen und vieles mehr gehören zu den Herausforderungen im ländlichen Raum, vor denen auch die ILE Sonnenwald steht. Um diesen Herausforderungen zu begegnen braucht es schlagkräftige Konzepte in denen Chancen benannt und im Folgenden genutzt werden.

 

Dabei ist es wichtig, dass die Projektvorschläge auch zur Region passen und von den Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen und politisch Verantwortlichen mitgetragen werden. Dies gelingt nur, wenn man miteinander spricht, sich austauscht und das Wissen vor Ort nutzt.“ Dass Bürgerbeteiligung ein Schlüssel zum Erfolg sein kann, zeigten die Ergebnisse aus dem 1–tägigen Workshop, der von der Schule der Dorf- und Landentwicklung Plankstetten gefördert wurde. Bereits zahlreiche Entwicklungsziele konnten formuliert werden, wie beispielsweise eine größere Vielfalt im Angebot an seniorengerechten Wohnformen, eine professionellere Vermarktung der Region als Wirtschafts- und Lebensraum, die Stärkung und Vernetzung der örtlichen Vereine, sowie eine deutlichere Wertschätzung des Ehrenamts und die konsequente Zusammenarbeit der Verwaltungen. Alle Ergebnisse werden Eingang in das gemeinsame Entwicklungskonzept der ILE Sonnenwald finden, durch die Planer ergänzt und mit den regionalen Fachstellen besprochen werden. Auch Zentings Bürgermeister Leopold Ritzinger, erster Vorsitzender der ILE Sonnenwald findet lobende Worte „ der Workshop der ILE Sonnenwald war ein voller Erfolg. Zum ersten Mal wurde das Thema ILE auch in die Bürgerschaft getragen und ich bin begeistert, mit wie viel Elan und Fachwissen hier diskutiert wurde und wie groß die Bereitschaft unserer Bürger ist, sich in die Gestaltung der Zukunft unserer Heimat einzubringen. Ich danke allen, die sich hierfür extra einen ganzen Tag Zeit genommen haben. Dem gemeinsamen Hafen sind damit einen großen Schritt näher gekommen und ich hoffe, dass wir Bürgermeister auch in Zukunft auf das Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger zählen können.“ Wie genau der künftige Fahrplan der ILE Sonnenwald aussehen wird, welche Projekte als erstes angegangen werden und wie es die ILE schaffen will, sich von anderen Regionen abzuheben wird das gemeinsame Entwicklungskonzept zeigen, das im Frühjahr des kommenden Jahres fertiggestellt werden soll.

Bericht u. Foto: Andrea Rothkopf