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Neujahrsfeier des VDK-Ortsverbandes Hunding-Lalling

Die Neujahrsfeier des VdK-Ortsverbandes Lalling-Hunding fand erstmals im Gasthaus „Zum Goldberg“ in Hunding statt. Kommissarischer Vorsitzender Siegfried Heigl konnte zur Feier auch Pfarrer Philipp Höppler, den Kreisvorsitzenden Oliver Antretter die stellvertretenden Bürgermeister Max Drexler (Hunding) und Michael Reitberger (Lalling) sowie den Ehrenvorsitzenden Johann Ebner begrüßen. Heigl teilte mit, dass der Verein derzeit 199 Mitglieder habe.

Kreisvorsitzender Oliver Antretter erinnerte an den im September verstorbenen Vorsitzenden Rudolf Stelzer, der 2002 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde und 2010 das Amt des Vereinschefs übernahm. Das hat er bis zu seinem Tod im September 2016 zur vollsten Zufriedenheit ausgeübt. Für seinen Einsatz wurde er 2015 mit der goldenen Ehrennadel des Landesverbandes ausgezeichnet.

Danach befasste sich Antretter mit der Situation vieler Familien in Deutschland. 1,6 Millionen Kinder leben in Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind. Beim VdK stand das letzte Jahr unter dem Motto „Weg mit den Barrieren“. Zu den Barrieren für viele Menschen zählen auch unmöglich ausfüllbare behördliche Anträge oder Rentenbescheide, die keiner versteht. Auf Barrierefreiheit im täglichen Leben angewiesen sind Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollatoren und Mütter und Väter mit Kinderwägen. Barrierefreiheit ist für zehn Prozent der Bevölkerung unentbehrlich, für weitere 40 Prozent notwendig und für alle komfortabel. Und genau dies war der Grund, warum sich der VdK dieses Themas annahm und die Politik aufmerksam machte.

Der Kreisverband hat 2016 fast 8 300 Beratungen durchgeführt, davon die Hälfte in Rentenversicherungsangelegenheiten. Es wurden 1 615 Anträge, 450 Widersprüche und 112 Klagen bearbeitet. Für die 10 100 Mitglieder im Kreisverband konnten 1,2 Millionen Euro an Nachzahlungen erreicht werden. Antretter nutzte die Gelegenheit zu einem Dank an das hauptamtliche VdK-Team für ihre hervorragende Arbeit. Armut wird das VdK-Thema 2017. So wurde 2013 knapp 345 000 Kunden vorübergehend der Strom abgestellt. Studien belegen, dass Armut vererbbar ist. Ein Vergleich zeige, dass Durchschnittsrentnerinnen als arm gelten, für den VdK ein Grund, für Rentnerinnen mit einem vor dem Februar 1992 geborenen Kind einen dritten Renteneckpunkt zu fordern. Der ergäbe 30 Euro mehr Rente im Monat. Ungerecht ist allerdings, dass diese Mütterrente auf die Grundsicherung angerechnet wird. Die Schere zwischen Armut und Reichtum gehe immer mehr auseinander.

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Offizielle und Geehrter (v.l.) Siegfried Heigl, Max Drexler, Johann Trenner, Michael Reitberger und Oliver Antretter

Ein brisantes Thema im Wahljahr wird auch die Verhinderung einer Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent sein. Für die Arbeitnehmer muss sich ehrliche Arbeit lohnen, die im Ruhestand nicht in einer Altersarmut endet. Bei einem Rentengipfel im November wurde festgestellt, dass etwas getan werden muss. Der VdK wird genau beobachten, was wirklich umgesetzt wird.

Hundings 2. Bürgermeister Max Drexler rief die Mitglieder auf, alsbald einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Ein mitgliederstarker Ortsverband wie Lalling-Hunding brauche einen starken und rührigen Chef. Es wäre schade, wenn sich kein Vorsitzender und keine Vorstandschaft mehr findet und deshalb ein Anschluss an einen anderen Ortsverband notwendig werde. Es sollte nachdenklich machen, dass so viele Menschen auf die Hilfe des VdK angewiesen sind, um überhaupt zu ihrem Recht zu kommen. Auch Drexler befasste sich mit der Rentenproblematik.

Lallings 2. Bürgermeister Michael Reitberger befasste sich in seinem Grußwort mit dem, was heuer weltpolitisch sowie in der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik auf die Bevölkerung zukommt. Er dankte allen, die sich für den VdK einsetzen. Geehrt wurden treue Mitglieder – für 10 Jahre Hannelore Süß und Gunar Zerfaß sowie für 20 Jahre Anton Brunner, Johann und Markus Brantl. Seit 40 Jahren halten Johann Trenner und Albert Winter dem VdK die Treue.

 

Text und Foto: Schröck