Bundestagsabgeordneter Thomas Erndl zu Besuch in Hunding

Zu einem Besuch der Gemeinde konnte Bürgermeister Ferdinand Brandl kürzlich den CSU-Bundestagsabgeordneten Thomas Erndl begrüßen. An dem Gespräch im Gemeindehaus nahmen auch die stellvertretenden Bürgermeister Max Drexler und Georg Ehrnböck teil. Der Gemeindechef informierte den Abgeordneten eingangs über die Dissonanzen mit der Nachbargemeinde Lalling wegen der Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes im Gewerbedorf Rohrstetten. Die Klage der Lallinger habe letztendlich dazu geführt, dass der Bebauungsplan nach derzeitigem Recht neu aufgestellt werden musste. Deshalb war auch der Ankauf von Ausgleichsflächen notwendig. Der Gemeinde Hunding haben der neue Plan und die Ausgleichsflächen etwa 50 000 Euro gekostet. Die Reaktion der Lallinger sei unverständlich, zumal EDEKA in Rohrstetten einen Lebensmittelmarkt mit Tankstelle bauen wolle. In Lalling ist eine Tankstelle nicht möglich. Für ihn sei ein Markt in Rohrstetten ein Projekt für die Region. Der kleine Markt in Lalling werde bleiben. Auf anderer Ebene gebe es selbstverständlich eine Zusammenarbeit wie beispielsweise beim Anbau an den gemeinsamen Kindergarten.

vgl Besuch MdB Erndl in Hunding

Unterhielten sich über gemeindliche und überörtliche Themen (v.l.) Georg Ehrnböck, Ferdinand Brandl, Thomas Brandl und Max Drexler

Der Abgeordnete informierte über seine Tätigkeit im Bundestag, wo er Mitglied des Auswärtigen Ausschusses sei. In diesem Zusammenhang kam die Verbindung und die gegenseitigen Besuche der VG-Gemeinden mit den Kommunen in der südböhmischen Mikroregion Chelcie-Lhenice ins Gespräch. Informieren ließ sich Erndl über die Erfolge beim Streuobstbau und der Obstvermarktung. Vom Erfolg des Apfelmarktes konnte er sich beim letztjährigen Besuch überzeugen. Der Gemeindechef nutzte die Gelegenheit, den Abgeordneten über Schwierigkeiten in der Gemeinde zu informieren. Ein großes Problem sei das Baurecht. In der Gemeinde gebe es nur noch vier Vollerwerbslandwirte, dafür aber etliche Landwirte, die ihre Flächen im Nebenerwerb bewirtschaften. Für die Gemeinde ist die Bewirtschaftung wichtig, da die Landschaft sonst mehr und mehr verbuscht. Diese Nebenerwerbslandwirte fallen aber nicht unter die Privilegierung im Baurecht, haben bei Baumaßnahmen deshalb teilweise erhebliche Einschränkungen in Kauf zu nehmen. In der Gemeinde gebe es mehrere derartige Fälle. Das Baurecht sei überhaupt zu streng. Wenn Kinder noch in der Heimat bleiben wollen, sollten auch Baumöglichkeiten geschaffen werden können. Eine Innenverdichtung wie derzeit wieder propagiert sei auf dem Land nicht so einfach. Ausdrücklich lobte Brandl das Landratsamt, die sich eben auch an die rechtlichen Regularien halten müsse. Der Abgeordnete stellte dazu fest, dass es in Deutschland in der Landwirtschaft große Unterschiede gebe. Änderungen seien deshalb nicht so einfach und vor allem nicht so schnell zu erreichen. Gesprochen wurden noch über das jetzige System von Ausgleichsflächen, das einer Änderung bedarf, über die Asyldebatte, ein Zuwanderungsgesetz, den Bau der Umgehung Auerbach und das Gemeindewahlrecht. Absolut unverständlich ist es, wann jeder nicht eigene Flächen für ein Zuschussprogramm anmelden darf, dem Grundstückseigentümer aus Datenschutzgründen aber eine Auskunft verweigert wird, wer ohne Zustimmung über seine Flächen verfügt. Die Gemeinde habe sogar das Ministerium eingeschaltet, ohne Erfolg. Der Abgeordnete sagte den Gemeindevertretern Unterstützung zu, soweit ihm dies möglich ist.

Text und Foto: Schröck