Die Hundinger Goldbergbauern wählten neue Führung. Rückschau bei der Versammlung

Hunding. In der Generalversammlung der Arbeitsgemeinschaft Hundinger Goldbergbauern, zu der auch neue Mitglieder begrüßt werden konnten, hielt Bürgermeister Ferdinand Brandl eine Rückschau auf das bisherige Geschehen. Keine Flurbereinigung, kleine Grundstücke und eine Terrassenlandschaft ließen einen Aufforstungsdruck entstehen, obwohl bereits gut die Hälfte des Gemeindegebietes bewaldet war. Um dem entgegen zu wirken, wurde von der Gemeinde das 5b-Programm der EU in Anspruch genommen und 1992 eine Beteiligung am Pilotprojekt „Streuobst über das Jahr 2000“ des Freistaates beschlossen. Ein Fachbüro wurde eingeschaltet. Die Arbeitsgemeinschaft Hundinger Goldbergbauern wurde mit dem Ziel gegründet, die Kulturlandschaft zu erhalten und die Landwirtschaft zu stärken. Der Apfelmarkt, erstmals 1994 im Jakob-Hof in Panholling durchgeführt, konnte im letzten Jahr das 25-jährige Jubiläum feiern. Der Apfelmarkt war Initialzündung für die Entstehung von derartigen Märkten im Landkreis. Im Rahmen des Programmes sind mehrere Projekte entstanden wie Brennereien, eine Mosterei, Hofläden und Beweidung. Für Saft und Most wurde der Markenname „Hundinger Gold“ kreiert. Dafür wurde ein eigenen Etikett entworfen. Gewonnen haben auch Vermieter durch Zuschüsse für Ferienzimmer und –wohnungen. Über 10 000 Obstbäume wurden in der Region gepflanzt, in Panholling ein Streuobsterlebnisgarten angelegt. Die Förderung für Obstbaumneupflanzungen fand im Turnus von zwei Jahren statt. Damals sind schon weit über eine Million DM in die Gemeinde geflossen. 2009 fanden in Lalling die grenzüberschreitenden Streuobsttage mit Besuchern aus Deutschland, Österreich und Tschechien statt. Heuer sind im Rahmen des Naturschutzausgleiches im Bereich des Gewerbedorfes Rohrstetten 60 bis 80 Neupflanzungen notwendig. Eine positive Folge der Zusammenarbeit mit den südböhmischen Gemeinden ist die Beteiligung am neuen EU-Projekt „Streuobstwiesen Gegenwart für die Zukunft“. Einen neuen Schwung erhoffen sich die Gemeinden vom geplanten Streuobstwiesenkompetenzzentrum Lallinger Winkel zusammen mit der Hochschule Weihenstephan, dass vom Wissenschaftsminister Bernd Sibler gefördert wird. Die Kooperationsvereinbarung der Gemeinden ist bereits geschlossen. Über das weitere Vorgehen wird demnächst in einer Versammlung mit Beteiligung des Ministerium entschieden.
Der Gemeindechef stellte fest, es liege ihm am Herzen, dass die Arbeitsgemeinschaft weiter bestehen bleibt, zumal bald Jubiläum gefeiert werden könne. Dafür ist es notwendig, dass die Gemeinde weiterhin voll hinter den Aktionen der ARGE steht und diese auch unterstützt. Er hoffe dies von den neuen Verantwortlichen in der Gemeinde, um die Wertschöpfung in der Gemeinde zu erhalten beispielsweise für Obstbauern und Vereine. Nicht zu vergessen sei die positive Außenwirkung und den Bekanntheitsgrad der Gemeinde.
Der Bürgermeister leitete danach die Neuwahl der ARGE-Führung. Neuer Vorsitzender wurde Günther Lemberger. Er wird vertreten von Alexander Raith, der in Personalunion auch als Schatzmeister fungiert. Schriftführerin bleibt Manuela Ellerbeck. Zu Beisitzern wurden Peter Baranski, Manuel Schneider und Florian Schiller bestimmt. Die Kasse wird von Rudolf Geiß und Josef Weiß geprüft. Der Bürgermeister und sein Stellvertreter Max Drexler sagten zu, die neue Führung die nächsten Jahre zu unterstützen.
Eine Ehrung gab es für Josef Weiß, von Anfang an Schatzmeister der ARGE und in vielen Aktion eingesetzt sowie für Michael Ellerbeck, viele Jahre stellvertretender Vorsitzender und nach dem Ableben von Ludwig Jakob einige Jahre kommissarischer Vorsitzender.
Zum Abschluss der Sitzung dankte der neue Vorsitzende Günther Lemberger dem Bürgermeister Ferdinand Brandl und seinem Stellvertreter Max Drexler, ohne deren großes Engagement es den Apfelmarkt wohl nicht mehr gäbe. Er sprach die Hoffnung auf deren weitere Unterstützung aus.

Text und Fotos: Schröck

Ferdinand Brandl (v.r.) mit dem neuen Führungsteam Günther Lemberger, Alexander
Raith, Manuel Schneider, Florian Schiller, Peter Baranski und Manuela Ellerbeck. Mit
dabei 2. Bürgermeister Max Drexler

Bürgermeister Ferdinand Brandl zeichnete Michael Ellerbeck (l) und Josef Weiß (r)
für ihr langjähriges Engagement aus.