Landrat Bernd Sibler im Dialog mit den Hundinger Gemeindebürgern

Landrat Bernd Sibler besucht nach und nach die Gemeinden des Landkreises um sich im  Dialog mit den Bürgern und den Gemeinden anzuhören, wo denn den einen oder anderen „der Schuh drückt“. Im Gasthaus „zum Goldberg“ in Hunding konnte Bürgermeister Thomas Straßer neben Landrat Sibler und Altbürgermeister und Ehrenbürger Ferdinand Brandl auch die Ehrenringträger Josef Weiß, Georg Ehrnböck, Ludwig Arbinger, seinen Stellvertreter Matthias Hackl, Gemeinderäte und knapp 30 Zuhörer begrüßen. Straßer fand es eine „gute Geschichte“, dass der Landrat auf diese Weise die Nähe zu den Bürgern sucht.

Landrat Bernd Sibler fasste einleitend seine Ziele für den Landkreis mit den bereits öfter zitierten „fünf K“ zusammen: Kognition,  Klima, Kultur, Konjunktur und Kommunikation, zu letzterem gehören auch Veranstaltungen wie dieser „Bürgerdialog“. Über eine Stunde sprudelte der Landrat sehr redegewandt und für jeden einleuchtend seine Pläne und Ideen für die Zukunft des Landkreises heraus. Da gab es kaum ein Thema, zu dem sich nicht der eine oder andere angesprochen fühlte.

Bürgermeister Straßer legte gleich selbst los mit den Problemen, mit denen die Gemeinde derzeit zu kämpfen hat: Schwierigkeiten bei neuen Baugebieten durch die Auflagen des „Landschaftsschutzgebietes“, die externePrüfung des Bedarfes von Baumöglichkeiten, obwohl viele ehemalige Gemeindebürger zurück nach Hunding möchten. Die Forstwegesituation samt Finanzierung oder die Möglichkeit von Windkraftanlagen oder Photovoltaik-Freiflächen bereiten derzeit weitere Schwierigkeiten.

In der sich anschließenden Diskussion wurde die Flurneuordnung Rohrstetten angesprochen, die wegen Finanzierungsproblemen des Amtes für Ländliche Entwicklung ins Stocken geraten ist, weil einfach zu viele Zusagen gemacht worden seien. Vorrangig sei jetzt, bereits Begonnenes fertig zu stellen. Auf Unverständnis stieß auch die Kostensteigerung bei Pellets, eigentlich ein Abfallprodukt aus der Holzindustrie, die in der derzeitigen Höhe nicht gerechtfertigt sei. Einen Seitenhieb gab es in diesem Zusammenhang auch an das Bundeskartellamt, das es nicht schaffe, die offensichtlichen Preisabsprachen der Mineralölkonzerne zu unterbinden, obwohl diese zu Milliardengewinnen der Konzerne führen, wie kürzlich auch in der Presse zu lesen war.

Seit bereits 13 Jahren kämpft ein landwirtschaftlicher Betrieb mit monatlich 1.400 € Stromkosten darum, auf einem denkmalgeschützten Gebäude eine Photovoltaikanlage errichten zu dürfen. Dies widerspreche der derzeitigen Energiepolitik. Der Landrat berichtete von einer beabsichtigten Lockerung der früheren Verbote. Zum Thema Windkraftanlagen konnte Sibler mitteilen, dass die frühere „10-h-Regelung“ (Abstand von Wohngebäuden mindestens das 10-fache der Windradnabenhöhe) demnächst aus energiepolitischen Gründen gelockert werden wird.

Angesprochen wurde auch die im Zusammenhang mit der Renovierung der Lallinger Kirche vorliegende „Fledermausproblematik“: Dringende Arbeiten dürfen trotz statischer Probleme wegen den Fledermäusen nicht zeitnah durchgeführt werden, Kostensteigerungen sind dadurch vorprogrammiert. Ein weiteres Problem wurde noch angesprochen, das mancher auch schon selbst erlebt hat: Unverständliche Wartezeiten in der Notaufnahme des Deggendorfer Krankenhauses: Der Landrat hörte das Problem nicht zum ersten Mal und stellte als „Systemverbesserung“ ein neues Konzept für die zentrale Notaufnahme im Herbst in Aussicht.

Alles in allem wurden die Diskussionen sehr sachlich geführt, der Landrat bedankte sich abschließend für die konstruktive Diskussionsrunde und sagte den anwesenden Bürgern zu: „Die Türen zum Landrat stehen für jeden immer offen“! Bürgermeister Thomas Straßer bedankte sich beim Landrat dafür, dass er sich ausreichend Zeit für seine Hundinger Bürger genommen hat und wünschte ihm alles Gute für sein weiteres Wirken.

Landrat Bernd Sibler hielt zahlreiche aktuelle und interessante Informationen für die Hundinger Bürger bereit, Bürgermeister Thomas Straßer führte durch den Abend und brachte auch die Anliegen der Gemeinde Hunding vor.

Text und Fotos: Bernhard Süß

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