Übergabe Forstbetriebsgutachten 2021-2040 – Auswirkungen des Klimawandels spürbar

Hunding) Die einhergehenden Veränderungen unseres Klimas bleiben nicht ohne Folgen für die Artenvielfalt und die Ökosysteme. Dies wurde auch im neuen Forstbetriebsgutachten deutlich, dass Bereichsleiter Forsten Walter Schubach vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) an Bürgermeister Thomas Straßer im Beisein von Förster Tobias Hupf übergeben konnte. Damit der Gemeindewald standortgemäß, gesund und leistungsfähig erhalten werden kann, sind die Kommunen rechtlich verpflichtet alle 20 Jahre eine Forstbetriebsplanung anfertigen zu lassen. So geschehen nun auch in Hunding. Angefertigt wurde das Gutachten durch den vereidigten Forstsachverständigen Uwe Vos. Das neue Gutachten mit Zustandsaufnahme, Entwicklungsanalyse und Zukunftsplanung des Gemeindewaldes wird je zur Hälfte von Gemeinde und Freistaat getragen.

10,4 Hektar Gemeindewald verteilt auf 23 Grundstücke gibt es in Hunding. 

Da die Baumartenzusammensetzung aus 35% Fichte, 17% Edellaubholz, 30% Buche, 9 % Eiche und 9% sonstiges Laubholz besteht, sieht Bereichsleiter Schubach den Gemeindewald als zukunftsfähigen, klimatoleranten und stabilen Mischwald. 

Durch die Besitzzersplitterung, die durchschnittliche Größe der Grundstücke beträgt lediglich 0,45 Hektar, ist eine zielgerichtete Forstwirtschaft aber nur sehr eingeschränkt möglich. Trotzdem ist es besser in kleinen Schritten zu arbeiten als ganz auf die Bewirtschaftung zu verzichten. Bürgermeister Straßer bedankte sich in diesem Zusammenhang bei den Rechtlern der Gemeinde, die durch ihre wertvolle Arbeit den Körperschaftswald pflegen. 

Die große Herausforderung für die kommenden Jahre wird sein, die Probleme und Aufgaben zu erkennen. Wo z.B. ist ein Eingriff zur Standraumerweiterung bei der Fichte unerlässlich, um die Förderung der Mischbaumarten erfolgreich umsetzen zu können? Wann ist ein Eingriff in einen Fichtenaltholzbestand sinnvoll? Sinnvoll und notwendig wäre auch beim Wald ein regelmäßiger „Check-Up“ d.h. ein Fachmann begutachtet und analysiert den Wald und zeigt zugleich die notwendigen Maßnahmen auf. Hilfestellung kann auch der sog. Erbengeneration angeboten werden. Junge Waldbesitzer sind durch Schenkung oder Übergabe zu einem Privatforst gelangt. Viele von Ihnen sind jedoch mit der Pflege ihres Waldes überfordert oder wollen nichts damit zu tun haben. Laut Förster Hupf kann mit einem Waldpflegevertrag Abhilfe geschaffen werden. 

Große Sorgen bereitet nach wie vor allen Waldbesitzern der Borkenkäferbefall.

Förster Tobias Hupf bescheinigt zwar den Hundingern ein vorbildliches Verhalten bei der Aufarbeitung und Beseitigung der „Käferbäume“ aber die Schadflächen nehmen weiterhin zu.

Konnte im Frühjahr durch Kälte und Regen der erste Befall reduziert werden so ist seit Mai eine extrem hohe Flugzahl zu verzeichnen. Schubach fordert die Waldbesitzer deshalb auf,

ihre Wälder in den nächsten Wochen verstärkt zu kontrollieren und die befallenen Bäume schnell aufzuarbeiten. Die Wiederaufforstung wird vom Freistaat Bayern gefördert und der Förster ist den Waldbesitzern bei der Beantragung gerne behilflich. 

Für Bürgermeister Thomas Straßer war es die erste Begegnung seit Amtsantritt mit Bereichsleiter Forsten Walter Schubach vom AELF und er hatte viele fachliche Fragen an den Experten. Er bedankte sich für den „Waldplan der Zukunft“, der auf 20 Jahre ausgelegt ist. Bereichsleiter, Bürgermeister und Förster sind sich einig, dass eine nachhaltige Forstwirtschaft der beste Beitrag für angewandten Klimaschutz ist.

von rechts: Bereichsleiter Forsten Walter Schubach, Bürgermeister Thomas Straßer und Förster Tobias Hupf.

 

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