Rohrstetten

Maibaumaufstellen in Rohrstetten - Gemeinde Hunding

  • Erste urkundliche Erwähnung: 1148
  • Meereshöhe: 462 Meter N.N.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte in einer Urkunde von Papst Eugen III. vom 30. März 1148. Sie ist wohl die älteste Ortschaft in der Gemeinde. In der Urkunde nahm der Papst die Abtei Altach (Niederaltaich) unter päpstlichen Schutz und sicherte ihr den ungeschmälerten Besitz ihres Eigentums in einer Reihe von Ortschaften zu. Bestätigt wurden dem Kloster in dieser Urkunde auch Besitzungen in Rauuenstetten, dem heutigen Rohrstetten. In diesem päpstlichen Schutzbrief werden dem Kloster auch Besitzungen in Lalling und Ranzingen (Ranzing) bestätigt. Nicht angegeben ist der Umfang der Besitzungen in Rohrstetten.

Die nächste Erwähnung erfolgt im Hermannskodex, der dem Jahre 1254 zugeschrieben wird. Das Kloster besaß in Rohrstetten 18 Quartalia (= Viertel) und eine Mühle. Die Rohrstettermühle hat also zu dieser Zeit bereits bestanden. Von den Anwesen hatten 11 Viertel ihre Abgaben an die Propstei Rinchnach zu leisten. Die Dorfschmiede ist erst später entstanden.

Die frühe urkundliche Erwähnung ist wohl auf den 1029 erstmals urkundlich erwähnten Gunthersteig zurück zu führen, der durch Rohrstetten führte und das Kloster Niederaltaich mit dem Kloster Rinchnach verband. Über Jahrhunderte hinweg führte ein wichtiger Weg aus Richtung Hengersberg durch Rohrstetten über den Rohrstetterbogen in den Bayerischen Wald. Er kreuzte sich mit einem stark frequentierten Weg aus Richtung Deggendorf über Hunding, Schöfweg in Richtung Schönberg.

Die Schreibweise der Ortschaft hat im Laufe der Jahrhunderte öfter geändert. Die heutige Schreibweise ist seit 1842 nachweisbar. Der Name besteht aus zwei Teilen, Rohr- und –stetten. Das Grundwort –stetten geht auf das althochdeutsche stetin (= Stätte, Ort, Wohnstätte) zurück. Im Bestimmungswort ist wahrscheinlich der althochdeutsche Personenname Pouwo enthalten. Der Ortsname bedeutete ursprünglich also bei den Wohnstätten des Pouwo. In der Schrift ist das Bestimmungswort an neuhochdeutsche Wörter angeglichen worden, wie Rostetten und Rohr. Mit Schilf hat der Ortsname aber nichts zu tun.
Aus Rohrstetten stammte Dr. Ludwig Fröhler (1920-1995), Professor für Öffentliches Recht an der Universität Erlangen und 1965 Gründungsrektor der Johannes-Kepler-Universität Linz.

(Text: Andreas Schröck)

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