Sondorf

Luftaufnahme über Sondorf, Gemeinde Hunding

  • Erste urkundliche Erwähnung: 1332
  • Meereshöhe: 483 Meter N.N.

Die Ortschaft ist im Hermannskodex (wird dem Jahre 1254 zugerechnet) nicht erwähnt. Dies bedeutet nicht, dass der Ort um diese Zeit noch nicht bestanden hat. Es bedeutet, dass das Kloster Niederaltaich Mitte des 13. Jahrhunderts in Sondorf keinen Besitz hatte. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1332. In diesem Jahr veräußerte Seibot der Urleinsperger, Burggraf von Fürsteneck, mehrere Anwesen im Lallinger Winkel an seinen Onkel Sweiker von Säldenau. Zu dem veräußerten Grundbesitz gehörten auch drei Anwesen in Sundorf. 1376 kamen sie an das Kollegiatstift Vilshofen, in dessen Grundherrschaft sie bis zu dessen Auflösung im Jahre 1803 gehörten. Ein Anwesen gehörte zur Gutsherrschaft Saldenburg, in dessen Stiftsbuch von 1472 es erwähnt ist. Im Jahre 1468 vertauschte Eberhartt Wenger vom Ramersperg zu Awe (wahrscheinlich ein Ministerialer der Grafen von Bogen, ansässig wohl in Altrandsberg, Gemeinde Miltach) sein Gut in Sundorff an das Kloster Niederaltaich und erhielt dafür Güter im Amt Kirchberg. Mit dieser Urkunde erwarb das Kloster erstmals Güter in Sondorf. Weitere zwei Güter erwarb das Kloster 1503 von Johanns von Aichberg, Herr in Halls und zum Moß und Saldenau, Erbmarschall zu Regensburg. Die aus Eichberg (heute Stadt Deggendorf) stammende Familie Aichberg entwickelte sich im Spätmittelalter zu einem wichtigen Adelsgeschlecht. Sie waren Hofmarksherren in Moos und Inhaber der Grafschaft Hals (heute Stadt Passau). Wann und wie die Ramersperger und die Aichberger an die Anwesen in Sondorf gekommen sind, ist nicht bekannt.

Die Ortschaft lag der bis zum Bau der heutigen B 533 durch die Ortschaft führenden Distriktsstraße über den Sonndorferberg nach Schöfweg. Bis vor wenigen Jahren gab es in Sondorf auch ein Gasthaus. Es war die letzte Raststation vor dem Anstieg nach Schöfweg. Das Gasthaus wurde wenigstens seit Mitte des 17. Jahrhunderts für lange Zeit von der im Lallinger Winkel und Sonnenwaldgebiet weit verzweigten Familie Glasl bewirtschaftet.

Der Ortsname hat sich im Laufe der Jahrhunderte wenig verändert. Die jetzige Schreibweise ist seit 1720 überliefert. Der althochdeutsche Ortsname Sunnadorf kann vom althochdeutschen Waldnamen Sunnawald (= Sonnenwald) hergeleitet werden, also ein dem Sonnenschein ausgesetzter Wald. Sunnadorf ist demnach ein Dorf am Sonnenwald.

Die Ortschaft wurde in den 1930er Jahren von zwei großen Brandunglücken betroffen. Die Anna-Kapelle in Sondorf ist wohl die älteste Kapelle in der Gemeinde. Sie ist in den 1850er Jahren gebaut worden.

(Text: Andreas Schröck)

Schriftgröße ändern
Kontrast anpassen