Winkler besuchten Mikroregion Chelcice-Lhenice in Südböhmen

Grattersdorf/Hunding. Seit 2011 sind die VG-Gemeinden mit den Kommunen der Mikroregion Chelcice-Lhenice in Südböhmen freundschaftlich verbandelt. Seitdem haben nicht nur etliche gegenseitige Treffen stattgefunden. In den tschechischen Kommunen ist in dieser Zeit auch viel geschehen. Kürzlich haben die tschechischen Bürgermeister die Vertreter der deutschen Kommunen zu einem Besuch eingeladen, bei dem es auch um die Themen Obst und Obstbauregion ging. Teilgenommen haben Vertreter der Gemeinden Grattersdorf und Hunding. Bei dem Treffen wurden auch einige, in den letzten Jahren durchgeführte Projekte der südböhmischen Kommunen besichtigt. Aus Zeitgründen musste sich das Besichtigungsprogramm auf drei Kommunen beschränken. Los ging es in der 360 Einwohnergemeinde Micovice, in der die Gemeinde ein altes Schulhaus in ein Gemeindehaus für die Vereine und als Zweigstelle des Kindergartens Lhenice umgebaut hat. Der gelungene Umbau wurde beim Wettbewerb „Dorf des Jahres“ der Region Südböhmen heuer mit dem „Goldziegelpreis“ ausgezeichnet. Beim herbstlichen Früchtefest der Mikroregion erobern die Obstlerproduzenten von Micovice in den letzten Jahren immer vordere Plätze.

Nächster Programmpunkt war der Besuch des Marktes Lhenice, die größte Gemeinde der Mikroregion mit einer jahrzehntelangen Obstbautradition. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Obstbauern sowie Obstverarbeitern ist sehr gut. Obst und Obstgetränke haben einen bedeutenden Namen auf dem heimischen Markt. Bedeutsam sind die örtliche Brennerei und eine private Obstverarbeitungsanlage. Der Markt hat in den letzten Jahren den Ortskern mit dem Abwassersystem umgebaut, was für die Bevölkerung mit großen Einschränkungen verbunden war.

In Chelcice ist es der Gemeinde gelungen, nach langen Verhandlungen mit dem Bistum Budweis das seit langer Zeit ungenutzte Pfarrhaus zu kaufen. Nach und nach wird das Gebäude in eine Tagespflegestelle für Behinderte, als Bücherei und für Vereine umzubauen. Zuletzt wurde eine sog. Startwohnung für Behinderte eröffnet, in der sie lernen, selbständig zu sein. Für eine Gemeinde dieser Größenordnung ist dieses Sozialprogramm außergewöhnlich und finanziell schwer zu stemmen. Besuche des Kindergartens sollen zur Akzeptanz der Behinderten beitragen.

Den tschechischen Bürgermeistern ist es wichtig, trotz der vielen Unterschiede im kommunalen Leben die seit 2006 bestehenden Kontakte zu den Gemeinden im Lallinger Winkel weiter zu pflegen und zu entwickeln. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit kann das Leben bereichern.

Festgestellt wurde bei den Gesprächen, dass der Obstbau beide Regionen prägt, Obst ein Potential für den Fremdenverkehr hat. Die Bürgerschaft soll in den gegenseitigen Austausch einbezogen werden.

Die beiden Delegationen in Lhenice

Text: Schröck

Foto: Brandl